Der Mensch ist ein Naturwesen, das schon als Kleinkind wunderbar aufblüht. Erstes Plappern, zielgerichtete Augenblicke, bewusstes Festhalten und Kinderlachen wird zum Glücksgefühl für Eltern und Vertraute. Sich gut entwickeln, sich entfalten und das Leben sinnvoll gestalten, das ist ein Geschenk. Jeder von uns kann täglich neu aufblühen. Wie die Blume Sonne benötigt, braucht der Mensch Liebe. In der Pubertät erblühen Jugendliche mehr oder weniger, im Reifezyklus des Lebens gibt es ein wachsen, gedeihen und sich öffnen in viele Richtungen. Irgendwann erfüllt sich unsere Lebensreife, das Ziel des Daseins; ein Leben in Fülle!

Diese Gnadengabe Gottes an seine Schöpfung ist in der modernen Welt ein Tabu Thema. Auch der Fasttag, mit Brot und Wasser, hat Sinn, tut Körper, Geist und Seele gut. Die innere Saat neu zum Keimen bringen, um wieder aufblühen zu können. Reicht das für ein erfülltes Leben? Ja und nein, denn leider haben wir diese Einfachheit verlernt.
Die Schöpfung verschenkt sich, doch der menschliche Konsumverbrauch bringt auch die Natur in Gefahr. Die Symbiose der Vielfalt und des Andersseins wird zerstört, Sehnsucht nach tiefer Geborgenheit bleibt. Das Frühlingslied: Alle Knospen springen auf, fangen an zu blühen, es erweckt in uns neue Lebenslust. Das Rätsel des Lebens, unser persönliches Aufblühen und Reifen, wann beginnt und wann endet es? Aufblühen, in der Beziehung zu Gott kann nie zu spät sein! Durch Liebe, Freude, Freiheit, Gebet, Glaubenstreue, Hoffnung, Vergebung, Vertrauen und Zeit schenken, entsteht gerechte Offenheit. Dabei gelingen mit Bemühen und Anstrengung, Taten des Friedens. In der Gegenwart Gottes aufblühen; bei der Bußfeier, in der Karwoche und am Fest der Auferstehung Jesu Christi + Ostern. Die Blüte und das verwelkte Gras - Sinnbild für geglücktes Leben mit seiner Vergänglichkeit.
Diese Lebenserfüllung, wie sie auch in der Bibel gemeint ist, möge in uns „aufblühen“.

Margarete Sickinger

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